Rechte und rassistische Normalisierungen – Rassismuskritik und Demokratiebildung als pädagogische Verantwortung
29. April / 10:00 - 16:30

Gesellschaftliche Diskurse verschieben sich, sichtbar und zugleich schleichend. Rassistische, rechte und demokratiefeindliche Narrative werden weiterhin als legitime Meinungsäußerungen verhandelt, finden Resonanz in Medien, Politik und Alltagsgesprächen und prägen so auch das Denken und Handeln in pädagogischen Kontexten. Diese „Normalisierung“ rechter und rassistischer Positionen hat Folgen: für Fachkräfte, für Einrichtungen, und nicht zuletzt für junge Menschen, deren Lebensrealitäten, Zugehörigkeiten und Teilhabechancen dadurch unmittelbar betroffen sind.
Die Kinder- und Jugendhilfe, ebenso wie Schule und außerschulische Bildung, stehen damit vor der Aufgabe, Haltung zu zeigen und Position zu beziehen. Räume, in denen Demokratie und Vielfalt praktisch erfahrbar sind, müssen gestaltet oder geschaffen werden. Dabei geraten Fachkräfte zunehmend in Spannungsfelder zwischen pädagogischem Auftrag, politischen Erwartungen und gesellschaftlichem Druck.
Die Fachtagung nimmt diese Entwicklungen in den Blick: Sie bietet Raum, um Prozesse der gesellschaftlichen Normalisierung kritisch zu analysieren, praktische Erfahrungen auszutauschen und Strategien des Widerstands und der Ermächtigung zu entwickeln. Zur Diskussion steht, wie Kinder- und Jugendarbeit demokratische und rassismus- und antisemitismuskritische Bildungsräume sichern und ausbauen kann und welche strukturellen, institutionellen und personellen Voraussetzungen dafür notwendig sind.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie:
- Wie entstehen und verfestigen sich rassistische und rechte Normalitäten – und welche Folgen hat das für die Kinder- und Jugendarbeit?
- Wie kann rassismus- und antisemitismuskritische und demokratische Bildungsarbeit unter Bedingungen von Polarisierung, Hassrede und Desinformation gelingen?
- Welche pädagogischen Handlungsstrategien wirken gegen rechte und rassistische Diskurse – Wie stärken wir Kinder und Jugendliche gegenüber rechten Raumnahmen im Stadtteil, in Institutionen oder in digitalen Räumen wie in Gaming Communities und auf Social Media?
- Wie können Fachkräfte gestärkt werden, um diesen Dynamiken nicht ohnmächtig gegenüberzustehen?
Veranstalter*innen
Ein Kooperationsprojekt mit Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit in Nordrhein-Westfalen (IDA-NRW), der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW (AJS NRW), dem Landesjugendring NRW sowie dem LVR-Landesjugendamt Rheinland und dem LWL-Landesjugendamt Westfalen organisiert.
Kontakt:
Birgül Demirtaş – birguel.demirtas@ida-nrw.de
Anmeldung:
Über das Anmeldeformular im Fortbildungsportal des LWL
LWL | Rechte und rassistische Normalisierungen – Rassismuskritik und Demokratiebildung als pädagogische Verantwortung
Veranstaltungsnummer
26-0601-303-0001-0001
Veranstaltungsort
Pulsschlag
Bürgerhaus Dorstfeld
Vogelpothsweg 15
44149 Dortmund
Die Tagungsräume sind barrierefrei zugänglich.
Programm
10:00 Uhr
Ankommen und Anmeldung
10:30 Uhr
Begrüßung & Moderation
10:50 Uhr
Spoken Word
Hatice Şahin, Jura-Student*in, LL.B. Uni zu Köln/Altınbaş Üniverstesi Türkei
11:00 Uhr
Keynote & Diskussion
„Sprache, Macht, Normalität – Wie Diskurse Wirklichkeit schaffen und Pädagogik herausfordern“
Prof*in Dr.*in Derya Gür-Şeker, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
12:00 Uhr
Mittagspause
13:00 Uhr – Workshops
Workshop 1:
„Strategien des Widerstands – Handlungsspielräume in rassismuskritischer Bildungsarbeit“
Workshop 2:
„Institutionen in Bewegung – Struktureller Rassismus in der Kinder- und Jugendarbeit erkennen und verändern“
Workshop 3:
„Normalität hinterfragen – Rassistische und antisemitische Diskurse in Alltag und Praxis erkennen“
Workshop 4:
„Digitale Räume, rechte Raumnahmen – Handlungsmöglichkeiten in Social Media und Gaming“
15:00 Uhr
Kaffeepause
15:15 Uhr
Spoken Word
15:25 Uhr
Podiumsdiskussion
„Normalisierung, Widerstand, Empowerment: Pädagogische Praxis in Zeiten gesellschaftlicher Verschiebungen“
16:30 Uhr
Ende
Hinweis
Wir behalten uns das Hausrecht vor, Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, die Teilnahme an der Veranstaltung zu verwehren oder sie bei entsprechenden Äußerungen von der Veranstaltung auszuschließen.









