Q1 gewinnt!
Hier dokumentieren wir die Pressemitteilung der Stadt Bochum dazu:
Friedenskirche Stahlhausen gewinnt bundesweiten Wettbewerb – Preisübergabe in Stuttgart
Am Mittwochabend (27. April) haben das Architekturbüro „SOAN“ aus Linden und Pfarrer Holger Nollmann für die Evangelische Kirchengemeinde Bochum den ersten Preis der Wüstenrot Stiftung zum Thema „Kirchengebäude und ihre Zukunft“ in Stuttgart entgegengenommen. Diese hatte in einem bundesweiten Wettbewerb nach beispielhaften Konzepten und Strategien gesucht, mit denen die Zukunft von Kirchen als besondere Orte gesichert werden kann. Das Stadtteilzentrum „Q 1 – Eins im Quartier. Haus für Kultur, Religion und Soziales“ hat den Wettbewerb unter knapp 300 Teilnehmern gewonnen.
Die Evangelische Kirchengemeinde und der Verein IFAK e. V. – Verein für multikulturelle Kinder – und Jugendhilfe im Bochumer Westend (Griesenbruch, Stahlhausen und Goldhamme) haben sich mit Unterstützung der Stadt Bochum zu einem Kooperationsverbund zusammengeschlossen, um die Lebensbedingungen der Einwohner aus unterschiedlichen Kultur- und Religionskreisen zu verbessern, Benachteiligungen entgegenzuwirken, sowie die Lebensqualität und die Chancengleichheit zu erhöhen.
Auch im Sinne der Konzeption des Stadtumbauprojektes Westend, um die soziale Infrastruktur im Stadtumbaugebiet zu verbessern und die Defizite in Einzelbereichen abzubauen, strebten die beiden Träger die Errichtung eines Stadtteilzentrums im Bochumer Westend an. Auf der Suche nach den geeigneten Räumlichkeiten für ein solches Vorhaben entwickelten und konkretisierten sie unter Begleitung des Stadtumbauprojektes die Idee, die Nutzung der evangelischen Friedenskirche Stahlhausen an der Halbachstraße zu öffnen und sie in ein interkulturelles Stadtteilzentrum für das Stadtumbaugebiet Westend umzuwandeln.
Das Stadtteilzentrum Q1 möchte verschiedene zielgruppenspezifische Angebote machen. Dass für die Neunutzung der Kirchraum verkleinert wurde, lag auch an weniger Gottesdienstbesuchern. Dafür entstand die Friedenskapelle: Hell und modern ausgestattet, sitzen die Gläubigen dort einander gegenüber wie zu Tisch; auf zwei Bänken finden 20 Personen Platz. Durch eine zusätzliche Bestuhlung kann die Kapelle sogar bis zu 60 Personen Platz bieten.
Die Friedenskapelle wurde von der Jury besonders hervorgehoben als neuer Andachtsraum, und zwar für ihre „spirituelle Profilierung“, die Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religionen Raum für eigene Erfahrungen biete. Als „Raum der Stille“ steht die Friedenskapelle jederzeit allen Nutzern des Stadtteilzentrums zur Verfügung.
Die Träger des Stadtteilzentrums Westend werden sich aktiv dafür einsetzen, im Westend eine Alltagskultur der interreligiösen Begegnung einzurichten, die sich für religiöse und kulturelle Vielfalt sowie für Respekt und Toleranz im Stadtteil engagieren wird. Diese Kultur der Begegnung im Stadtteilzentrum soll dazu beitragen, dass das Zusammenleben der Religionen dauerhaft gelingt. Hierbei sollen auch die interreligiösen Themen im Fokus stehen.
Der Umbau hat insgesamt 1,8 Millionen Euro gekostet. Diese wurden zu 50 Prozent von der EU, 30 Prozent von Bund und Land und 20 Prozent als Eigenanteil der Stadt Bochum übernommen.
Die evangelische Kirchengemeinde Bochum sieht als Innenstadtgemeinde ihr Engagement neben den traditionellen Tätigkeitsbereichen schwerpunktmäßig in den jeweiligen gesellschaftlichen Herausforderungen begründet. Diesen stellt sie sich und mit ihren Möglichkeiten und Kompetenzen versucht sie, Lösungen zu finden, so auch jetzt im Westend.
Die IFAK e.V. – Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit ist seit 1974 als anerkannte Selbstorganisation in der interkulturellen Arbeit aktiv und bildet eine Brücke zwischen Einwanderungsgesellschaft und Aufnahmeland. Der Verein ist Träger von mehreren Einrichtungen, Projekten und Maßnahmen im Bereich der multikulturellen Kinder- und Jugendhilfe, Senioren- sowie Migrationssozialarbeit in verschiedenen Bochumer Stadtteilen.